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Amerika: Mit Gewalt in den Gottesstaat

Amerika hat sich verändert. Noch nie war die amerikanische Demokratie, das politische Leitsystem unserer Welt, so sehr in ihrer Existenz bedroht wie unter George W. Bush (2001-2008). In den 1970er Jahren begann eine Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist. Konservativ-christliche Kräfte, allen voran evangelikale Fundamentalisten, entschlossen sich, ihr Land – „Gottes Land“ – „zurückzugewinnen“. Eine Handvoll ehrgeiziger und teilweise skurriler religiöser Politstrategen, charismatischer Fernsehprediger und Endzeit-Romanautoren hat mit Hilfe der Medien und verdeckter Methoden ein relativ leicht verführbares Publikum mobilisiert und politisiert. Die gemeinsame Plattform: so genannte Familienwerte, eine eigenwillige Israel-Theologie, Weltuntergangs- Panikmache und der Kampf gegen einen vermeintlichen Feind, den weltlichen und liberalen Humanismus. Da die in der US-Verfassung verankerte Trennung von Staat und Kirche bei der Durchsetzung politischreligiöser Ziele hinderlich ist, arbeitete die „Christliche Rechte“ an der Beseitigung dieses Schutzwalls. Völlig unamerikanisch waren dabei eine zunehmend aggressive und manipulative Bevormundung der Andersgläubigen, der Einsatz von Geheimmethoden und staatliche Reglementierung anstelle von Toleranz und Überzeugung. Die Obama-Jahre haben wieder zu einer Mäßigung geführt. Aber waren die Bush-Jahre vielleicht eine Blaupause für das, was kommt? Konservativ- christliche Kreise des Landes haben das Ziel eines „christlichen“ Amerika nicht aufgegeben.

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